Zwei katholische und zwei reformierte Jugendliche der Heilpädagogischen Schule Luzern feierten am Freitag Morgen, 4. September ihre Firmung, bzw. Konfirmation in der Kirche St. Anton in Luzern. Auf das Fest vorbereitet worden waren sie durch die Katechetinnen Christel Gysin und Yvonne Blum. Sie hatten sich darüber ausgetauscht, wie man das Vertrauen auf Gott vertiefen und selber dazu beitragen kann, dass Gott in den Begegnungen mit den Nächsten erfahrbar wird. Diesen göttlichen Geist des Wohlwollens und des Mutes wurde ihnen an der Firmung und Konfirmation durch Bischofsvikar Hanspeter Wasmer und Pfarrerin Margrit Schönholzer zugesprochen.

«Dass solche ökumenischen Feiern in der Behindertenseelsorge seit mehreren Jahren möglich sind, freut mich sehr», sagt der katholische Behindertenseelsorger Bruno Hübscher. Das Jubiläumsboot der Landeskirchen, das vor der Kirche anlegte, habe auch aufzeigen sollen, «dass wir in Zukunft noch mehrt zusammenarbeiten und uns gegenseitig ergänzen möchten», sagt Hübscher.

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Die St. Anna-Schwestern in Luzern haben seit Ende Juli erstmals eine Leiterin, die keine der Ihren ist: Simone Rüd. Sie betreten damit Neuland – einmal mehr. Und wollen so anderen Gemeinschaften Mut machen.

Am Vortag des St.-Anna-Festes, am 25. Juli, übernahm Simone Rüd (58) die Leitungsaufgabe von Sr. Rosa Scherer (77), die fast 30 Jahre lang Führungsaufgaben in der Gemeinschaft innehatte. Rüd ist damit die erste Leiterin der Schwestern, die nicht dem Orden angehört. Die Theologin und Palliative-Care-Fachfrau hat viele Jahre Erfahrung als Spitalseelsorgerin. Anfang Jahr wechselte sie ins «St. Anna», jetzt ist sie neu auch die erste Ansprechperson für die noch gut 60 Schwestern (siehe Kasten). Für Alltägliches, wenn zum Beispiel jemand im Spital liegt. Oder sie organisiert gemeinschaftliche Anlässe. Was möglich sei, müsse das Zusammenleben erst zeigen, sagt Simone Rüd. Sie ist vor allem auch Vertrauensperson, hat Zeit und ein offenes Ohr: «Damit das Zusammenleben immer wieder neu gelingt», sagt sie. Dies sei auch in einer Schwesterngemeinschaft stets zu üben, nicht anders als in einer Familie.

«Bi de Lüüt» sein

Ob sie nicht selbst in die Gemeinschaft eintreten wolle, wurde Simone Rüd seit ihrem Stellenwechsel bisweilen gefragt. Sie lacht – und winkt ab: Das Thema Frauengemeinschaften begleite sie zwar seit dem Studium, «aber nur von aussen». Die neue Aufgabe, die Generaloberin Sr. Heidi Kälin (66) erst mit einem handschriftlichen Brief an sie trug, passt ihr, weil sich darin Seelsorge und Betreuung eng verzahnen. «Und ich so immer nahe bi de Lüüt sein kann», wie Rüd sagt. Sie hat ein 100-Prozent-Pensum, ist an Werktagen täglich vor Ort und teilt das Mittagessen mit den Schwestern. Am Wochenende organisieren sich die Schwestern ohne die neue «Oberin», denn Simone Rüd lebt nicht «im St. Anna». Um Verwaltungsbelange, zum Beispiel Versicherungen oder die Krankenkasse, muss sie sich nicht kümmern, das tut die St. Anna Stiftung (siehe Kasten).

Für die St. Anna-Schwestern brauchte die Anstellung von Simone Rüd «einigen Mut», wie Sr. Heidi einräumt. Für sie und ihre Mitschwestern ist der Entscheid aber richtig, zumal er daran anknüpft, was die Gemeinschaft seit über 20 Jahren gut kann: planen und neugestalten. «Dazu hat uns der Heilige Geist immer wieder bewegt», sagt die Generaloberin. Sie wurde vor 14 Jahren als damals Jüngste an die Spitze der St. Anna-Schwestern gewählt. Heute zählt Sr. Heidi mit 66 Jahren zu den noch vier Frauen der Gemeinschaft, die jünger als 70 sind.

Ein Zukunftsmodell

Als die Schwestern Anfang 2019 in einer Zukunftswerkstatt auf das Jahr 2030 blickten, waren sie sich bewusst, dass es darum geht, mit Blick auf die Wirklichkeit und doch Vertrauen Entscheide zu treffen. Auch wenn viele von ihnen manche Veränderung nicht mehr erleben würden. Trotzdem spricht Sr. Heidi von einem Zukunftsmodell, das nun umgesetzt werde und das anderen Gemeinschaften Mut machen könne. Sie ist sich gewiss: «Es gibt immer einen Weg.» Vor über 20 Jahren gründeten die St. Anna-Schwestern in diesem Vertrauen eine Stiftung, um ihre sozialen Werke zu sichern und dieser mehr und mehr die Sorge um die alternde Gemeinschaft anzuvertrauen. 2009 begann das «St. Anna», Schwestern anderer Orden in seine Häuser aufzunehmen. Später war die Gemeinschaft die treibende Kraft für das benediktinische Zentrum, das 2019 im Kloster Sarnen eröffnet wurde und in dem auch die Schwestern vom Melchtal und von Wikon ein neues Zuhause fanden.

Sr. Samuelle Käppeli, mit 56 Jahren die Jüngste der St. Anna-Schwestern und Mitglied des Generalrats, sagt, es gehöre zum Wesen und Auftrag der Gemeinschaft, «die Zeichen der Zeit» zu erkennen. «Wir können heute also weniger durch unser Tun wirken», sagt sie, «immer noch aber durch unser Dasein und unsere Anteilnahme am Leben der Welt um uns.» Simone Rüd nickt. Dies sei spürbar im Haus. Sie weist auf das Alterszentrum St. Anna hin, das in gut einem Jahr eröffnet werden wird und wo neben den Schwestern andere Menschen ihren Lebensabend verbringen werden, die sich von der spirituellen Ausrichtung des Hauses angesprochen fühlen. Das Zentrum entsteht unterhalb der Hirslanden-Klinik St. Anna, dem Gründungsort der Gemeinschaft. Wer in Luzern vom «St. Anna» spricht, meint seit jeher das Spital auf der Sonnseite der Stadt. Dieses liegt den Schwestern nach wie vor am Herzen, war es doch über Jahrzehnte das Mutterhaus der Gemeinschaft. Vor 15 Jahren veräusserte sie die Klinik an die Hirslanden-Gruppe.

Generaloberin Sr. Heidi ist es wichtig, dass die Schwestern auch in ihren alten Tagen ein erfülltes Leben führen können. Das absehbare Ende der Gemeinschaft in der Schweiz nimmt sie gelassen. «Im Lauf der Geschichte sind schliesslich schon viele Orden verschwunden.» Die Gemeinschaft der St. Anna-Schwestern lebe und wirke in Indien und Ostafrika weiter.

Das aus deren Häusern in Luzern nun ein Alterszentrum entsteht, freut Sr. Heidi zusätzlich. «Es lohnt sich, in die Zukunft zu investieren, auch wenn das Werk uns Schwestern überleben wird.» Der Geist von St.  Anna werde über diese spürbar bleiben.

Dominik Thali

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Noch vier Schwestern sind jünger als 70 Jahre

1909 | Die Gemeinschaft wird von Wilhelm Meyer, Regens am Priesterseminar Luzern, gegründet. Unter dem Namen «St. Anna-Verein» entsteht eine Organisation für die Pflege von Müttern und Kindern.
1918 | Das neu erbaute Sanatorium St. Anna (heute Hirslandenklinik St. Anna) wird eröffnet.
1927 | Die ersten Schwestern reisen nach Indien in die Missionen. 1990 dehnen sie ihr Werk nach Ostafrika aus. Heute arbeiten rund 900 Schwestern in 60 Niederlassungen, seit 2000 unabhängig von der Schweiz.
1998 | Die Gemeinschaft wird kleiner und beschliesst, keine neuen Mitglieder mehr aufzunehmen. Die Stiftung St. Anna wird gegründet, um die sozialen Werke der Schwestern für die Zukunft zu sichern und mehr und mehr für die Bedürfnisse der Schwestern zu sorgen.
2005 | Das «St. Anna» in Luzern wird als letzte der vier eigenen Kliniken (neben Zürich, Lugano und Fribourg) verkauft.
Heute | In den 50er Jahren zählte die Gemeinschaft in Luzern rund 400 Schwestern; heute sind es 62, das Durchschnittsalter beträgt 80 Jahre, nur vier Schwestern sind jünger als 70.
Ende 2021 | Das Alterszentrum St. Anna wird eröffnet. Es wird mit den bestehenden Schwesternhäusern insgesamt rund 130 Wohn- und Pflegeplätze bieten – für die Schwestern selbst und weitere Interessierte.

Stiftung verwaltet die sozialen Werke

Die St. Anna-Schwestern bewiesen schon 1998 Weitsicht. Sie gründeten damals eine Stiftung, die sich seither um die Bedürfnisse der der Schwestern kümmert und deren soziale Werke für die Zukunft sichert. Heute sind dies noch eine Kindertagesstätte, ein Alterszentrum, die Herberge «Haus Hagar» für Frauen in Not sowie die Hilfswerke in Indien und Afrika. Die Stiftung sichere die Lebensgrundlagen der Schwesterngemeinschaft, sagt Generaloberin Sr. Heidi Kälin. Als Arbeitgeberin zählt sie rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Und was hältst du von der Kirche? Wie kommt Kirche bei dir an? Dieser Kurzfilm, der zum Jubiläumsjahr der Luzerner Landeskirchen 2020 entstanden ist, lässt Menschen zu Wort kommen, die wir auf der Strasse getroffen haben.

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Credits
Produziert von Team Tumult
Regie: Beni Morard
Konzept: Beni Morard / Fleur Budry
Interviews: Fleur Budry
Storyboard & Schnitt: Beni Morard
Design: Beni Morard, Nina Christen
Animation: Beni Morard, Frederic Siegel
Sounddesign & Mischung: Etienne Kompis

Was bedeutet Kirche den Menschen im Kanton Luzern? In einem Film, der zum 50-Jahre-Jubiläum der Landeskirchen entstanden ist, sagen sie es gleich selbst.

«Für mich ist die Kirche so eine Art Dorfgemeinschaft», meint ein Mann zu Beginn. Sie finde es «mega toll», wie sich in der Kirche Leute ehrenamtlich engagierten, sagt später eine Frau. Und ein Bub erzählt begeistert vom Spielen in der Jubla.

«Kirche kommt an»: Unter diesem Motto feiern die katholische und reformierte Kirche im Kanton Luzern 2020 das 50-jährige Bestehen ihrer Anerkennung durch den Staat, zusammen mit der schon älteren christkatholischen Kirche. «Wir hören zu», versichern sie im Abspann des vierminütigen Animationsfilms. Dafür begab sich das Produktionsteam mit dem Mikrofon auf Strassen und Plätze von Luzerner Gemeinden und fragten Passantinnen und Passanten, was ihnen die Kirche bedeute. Deren Stimmen und die originalen Hintergrundgeräusche bilden den Tonteppich des Films, der ohne weitere Erklärungen auskommt. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Bild von Kirche, in dem auch kritische Aussagen Platz haben. So sagt eine Frau an einer Stelle, die Pfarreifeste jüngst hätten ihr zwar gutgetan. «Aber sonst finde ich Kirche ein bisschen langweilig.»

Auch mit einem Augenzwinkern

Was Kirche Menschen bedeutet: Dies will der Animationsfilm der Kirchen im Kanton Luzern aufzeigen – auch mit einem Augenzwinkern. Am Mittwoch dieser Woche (20. Mai 2020) hätte der Streifen an den Synodesessionen der katholischen und reformierten Kirche Premiere gefeiert. Das Corona-Virus hat diesen Plan durchkreuzt, auch die gemeinsame Feier der beiden Parlamente im Anschluss ans Geschäftliche. Stattdessen machen die Kirchen mit einer Postkartenaktion auf den Film aufmerksam. Die Premiere findet gleichentags statt – punkt 10 Uhr auf Facebook und Youtube. Auf dem letzteren Kanal ist er frei verfügbar.

Medienmitteilung vom Montag, 18. Mai 2020

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Das kirchliche Leben findet aufgrund der ausserordentlichen Lage auf neuen Wegen statt. An Karfreitag und Ostern übertragen die katholische, reformierte und christkatholische Kirche im Kanton Luzern deshalb gemeinsam ökumenische Fernsehgottesdienste. Diese sind jeweils um 10 Uhr auf Tele 1 zu sehen.

Der Ostergottesdienst wird aus der Luzerner Jesuitenkirche ausgestrahlt. Er wird von folgenden Personen gehalten:

  • P. Hans-Ruedi Kleiber, Leitender Priester des Pastoralraums Luzern (kath.)
  • Hans Weber, reformierter Pfarrer in Sempach
  • Sylvie von Arx Schmid, Lektorin in der christkatholischen Kirchgemeinde
https://vimeo.com/406292695

Der Spot:

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Das kirchliche Leben findet aufgrund der ausserordentlichen Lage auf neuen Wegen statt. An Karfreitag und Ostern übertragen die katholische, reformierte und christkatholische Kirche im Kanton Luzern deshalb gemeinsam ökumenische Fernsehgottesdienste. Diese sind jeweils um 10 Uhr auf Tele 1 zu sehen.

Die Feier am Karfreitag wurde aus der reformierten Kirche Weinbergli in Luzern ausgestrahlt und von folgenden Personen gehalten:

  • Markus Müller, Gemeindeleiter der Pfarrei Nebikon und Synodalrat der römisch-katholischen Landeskirche
  • Verena Sollberger, Pfarrerin der reformierten Kirche Stadt Luzern
  • Adrian Suter, Pfarrer der Christkatholischen Kirchgemeinde Luzern

Der Spot:

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Von Normalität kann gerade nicht die Rede sein. Vielleicht rückt sie aber durch die aktuelle Corona-Krise wieder in ganz andere Relationen. Solidarität ist wieder sichtbar, erlebbar. Sie ist notwendig: Wir sind aufeinander angewiesen. Apocalypse not now. Die Welt dreht sich weiter. Ostern findet statt. Alles ist anders. Ein Blick auf die Kirche in ausserordentlichen Zeiten.

Bei kirchlichen und seelsorgerischen Angeboten ist nun Umdenken gefragt. Social Distancing fordert heraus, was bisher selbstverständlich war. «Kirche findet anders statt», so Ulf Becker, Synodalrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Luzern. «Und auch die Seelsorge findet anders statt. Viele Menschen verlassen ihre Wohnungen nur für das Allernötigste und die sozialen Kontakte sind auf ein Minimum reduziert. Viele können gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten. Das kann zu Vereinsamung, Spannungen, zu psychischem und finanziellem Druck führen. Auch die Sorge um die eigene Gesundheit und Angst vor der Zukunft belasten. Hier leisten die Kirchgemeinden wichtige Unterstützung mit der Möglichkeit eines vertraulichen Gespräches», meint Becker, der selbst Pfarrer in Reiden ist. «Auch Gottesdienste im Fernsehen oder im Internet spenden Lichtblicke und Trost. Sie können Halt geben, auch wenn wir uns nicht im selben Raum versammeln können. Das ist besonders in Krisenzeiten wichtig.»

Jetzt gehe es darum, andere Formen von Begegnung zu schaffen, «um Freude zu bereiten und Mut zu machen», sagt Andreas Wissmiller, Pfarreileiter in Willisau. Pfarreiseelsorgerin Christine Demel tut dies zum Beispiel mit Briefen an Betagte und Telefonanrufen zu ihnen. Er erlebe die Pfarrei-Mitarbeitenden hoch motiviert, aus der Lage das Beste herauszuholen, sagt Wissmiller. «Es braucht einfach Phantasie, Kreativität und viel Kommunikation.»

Von den positiven Beispielen einer «Seelsorge der anderen Art», wie sie nun überall im Kanton Luzern Form annehmen, darf man sich inspirieren lassen. Und vor allem: Die Kreativität hilft. Jetzt und direkt. Ob es der Mahlzeitendienst in Horw ist, der in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde, Leute vom Einkaufen entlastet und gleichzeitig das lokale Gewerbe unterstützt oder die simple Mutmachseite auf der Webseite des Pastoralraums Hürntal, die vielen Jugendlichen aus Pfadi und JuBla, die sich gerade in der Nachbarschaftshilfe engagieren – all diese Angebote leben vom gleichen Gedanken: Jetzt erst recht!

Ökumenische Fernsehgottesdienste an Ostern auf Tele 1

Die ausserordentliche Lage zum Schutz vor dem Coronavirus erstreckt sich über Ostern vom 12. April 2020 hinaus. «Am Karfreitag gedenken wir Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz. Der Ostersonntag ist mit der Auferstehung der bedeutendste Festtag im christlichen Feiertagskalender. Mit der Auferstehung an Ostern setzt Gott ein starkes Zeichen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort behalten. Ostern eröffnet Hoffnung auf neues Leben», erklärt Ulf Becker.

Kirche kommt an. Dazu gehört auch, dass möglichst viele einen Zugang zu einem Gottesdienst erhalten, und dies auch ergänzend zum Internet. Aus diesem Grund strahlen die drei Landeskirchen im Kanton Luzern sowie das Bischofsvikariat St. Viktor des Bistums Basel an Karfreitag und am Ostersonntag je einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst im Fernsehen aus. Zu sehen am 10. und 12. April jeweils um 10 Uhr auf Tele 1.

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Licht der Verbundenheit

Die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirche in der Schweiz setzen in Zeiten der Corona-Krise zusammen ein Zeichen der Verbundenheit, Gemeinschaft und Hoffnung. Bis Gründonnerstag werden im ganzen Land jeweils am Donnerstagabend um 20 Uhr die Kerzen auf den Fenstersimsen entzündet. Die Menschen sind zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

Coronavirus: Seelsorge geht weiter (SRF Tagesschau vom 18.03.2020, 19.30 Uhr)

Wie die Arche Noah auf dem Berg: Das Jubiläumsboot der Landeskirchen legte im März im Entlebucher Wallfahrtsort Heiligkreuz an – als Einladung, auch in unruhigen Zeiten an Bord zu bleiben.

Noah strandete nach 40 Tagen Flut auf dem Berg Ararat, das Boot der Landeskirchen am 15. März vor der Wallfahrtskirche Heiligkreuz. Noah handelte weitsichtig angesichts des ihm angekündigten Unheils, Wallfahrtspriester Kobi Zemp verband das alttestamentliche Geschehen, ohne das Wort «Corona»auszusprechen, mit der Tagesaktualität. «Gott lädt uns ein, in sein Schiff zu steigen, auch wenn dieses in stürmischen Zeiten unterwegs ist.» Die berührende Musik dazu erklang an diesem Sonntag von Hermann Studer (Büchel), Hans Wigger (Trompete) und Marietheres Bieri (Orgel).

Predigen wie Jesus im Boot

Für seine Predigt stieg Zemp selbst in das Boot, mit dem die Landeskirchen zu ihrem 50-jährigen Bestehen durch den Kanton Luzern rudern. Im Evangelium hatte er von Jesus erzählt, der den Sturm auf dem See verschlief und seine verängstigen Jünger ins Vertrauen zurückholen musste, indem er dem Tosen Einhalt gebot. Das Bild der Arche, des Boots, lädt für Kob Zemp dazu ein, «den Schöpfer von Allem nicht zu vergessen». Jeder solle auf seine Weise Boot-Schafterin, Boot-Schafter sein «für das, was Jesus wollte: Im Umgang mit den Mitmenschen, im Umgang mit der Natur». Nichts sei selbstverständlich, das sei doch in der Krise erst recht zu spüren.

Zuflucht seit Jahrhunderten

Mit «Kirche kommt an» ist das Jubiläumsboot beschriftet und lautet das Jubiläumsmotto der Landeskirchen. Im Heiligkreuz, dem Wallfahrtsort ob Hasle und Schüpfheim, trifft dies seit Jahrhunderten zu. Gemäss der Legende reicht der Ursprung der Kreuzverehrung hier ins 4. Jahrhundert zurück. Im 14. Jahrhundert zogen die ersten Mönche vom damaligen Kloster St. Urban auf den Berg. Die heutige Kirche geht auf das späte 15. Jahrhundert zurück. Sie entwickelte sich zum Wallfahrtsort; auch deshalb, weil der Kirchenschatz eine Kreuzreliquie aufweist, der wohl von den kreuzverehrenden Zisterziensern von St. Urban zurückgelassen wurde.

Hilfe fürs Leben

«Die Heiligkreuzkirche gefällt, wird gesehen, geschätzt. Sie leuchtet, begeistert, beeinflusst, wirkt auf Menschen ein, wird aufgesucht, trägt Hilfe und Anregungen ins Leben. Eine Kirche, die geliebt wird», heisst es im Geleitwort des Pilgerbüchleins.

Über Jahrhunderte besorgten Kapuzinerbrüder die Seelsorge auf Heiligkreuz. Crispin Rohrer war bis Herbst 2017 deren letzter, der Escholzmatter Kobi Zemp, zuvor Pfarrer in Schüpfheim, wurde sein Nachfolger.

Dominik Thali

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Und was hältst du von der Kirche? Wie kommt Kirche bei dir an? Im Kurzfilm, der zum Jubiläumsjahr der Luzerner Landeskirchen entsteht, lassen wir Menschen zu Wort kommen, die wir auf der Strasse getroffen haben. Erstmals zu sehen sein wird der Vierminüter anlässlich der Synoden der katholischen und reformierten Landeskirchen am 20. Mai.

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In einem Boot unterwegs war schon Jesus. Die Landeskirchen holen nächstes Jahr anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ihre Boot-Schafterinnen und Boot-Schafter an Bord und lassen sie vom Schiff aus ihre frohe Boot-Schaft erzählen. Das Motto: «Kirche kommt an». In doppelter Hinsicht.

Die Kirche gibts schon 2000 Jahre, ihre kantonale, staatskirchenrechtliche Organisation, die Landeskirchen, in Luzern aber erst seit 1970. Bis dahin regelte der Kanton die Kirchgemeinden in seinem alten Gemeindegesetz selber.

Wie die Kirche ankommt. Und wo

50 Jahre katholische und reformierte Landeskirche – das wird 2020 gemeinsam gefeiert, gemeinsam auch mit der schon seit 1932 anerkannten Christkatholischen Kirchgemeinde Luzern. «Kirche kommt an» lautet das Motto, das sich durch das Jahr zieht. Was damit gemeint ist: Kirche kommt an, wenn sie bi de Lüüt ist und vo de Lüüt erlebt wird als Bereicherung im eigenen Leben und für das Leben anderer – durch Gemeinschaft, Hilfe im Alltag und Werthaltungen. Die Landeskirchen wollen deshalb im Jubiläumsjahr sichtbar machen, was Kirche will und kann, was sie vor Ort leistet und für die Gesellschaft bedeutet. Im Kanton Luzern gehören 70 Prozent der Bevölkerung einer der drei Landeskirchen an. In Erinnerung rufen wollen sich die Kirchen besonders bei jenen Menschen, die mit ihnen nur noch lose verbunden sind.

Dafür sind sie im Jubiläumsjahr unter anderem mit einem Boot unterwegs, einem alten Ruderboot, das Mitarbeitende der Caritas Luzern instand gestellt und beschriftet haben. Das Schiff ist ein altes christliches Symbol. Mit Hilfe des Kirchen-Boots erzählen Menschen als Boot-Schafterinnen und Boot-Schafter der Kirche, wie diese bei ihnen ankommt – in einem Gottesdienst, in der Gassenküche, im Sommerlager oder bei einer Beratungsstelle. Ihre Geschichte(n) wird man, aufgeschrieben, fotografiert und gefilmt, auf kirche-kommt-an.ch finden. «Geschichten und Bilder bewegen, wecken Gefühle. Die Kirche ist voll davon. Und voller authentischer Erzählerinnen und Erzähler», heisst es dazu im Konzept. Das Boot, die frohen Boot-Schaften, führen nicht nur zu wirklicher Begegnung, es wächst dadurch auch online ein Gesamtbild vom Wirken und der Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft, das über das Jubiläumsjahr hinaus von Belang ist und ergänzt werden kann.

Hauptanlass «Lange Nacht der Kirchen»

Das Projekt «Kirche kommt an» wird von einer ökumenischen Arbeitsgruppe seit 2018 geplant und umgesetzt. Das Teilprojekt «Boot-Schafterinnen/Boot-Schafter» ist nur eines von mehreren; es wird auch einen Animationsfilm geben, eine Feier der beiden Synoden und einen grossen Bettagsanlass. Der Hauptanlass findet am 5. Juni statt: Dann nimmt der Kanton Luzern erstmals an der «Langen Nacht der Kirchen» teil.
Leinen los und Anker lichten heissts im Januar – dann gibt es gedruckt und online mehr zum Jubiläumsjahr zu erfahren.

Dominik Thali

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