Notfallseelsorgende und Care Givers sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen oder schweren Verkehrsunfällen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2025 waren sie im Kanton Luzern bei 117 Ereignissen und während 985 Stunden im Einsatz.
Medienmitteilung vom 3. März 2026
Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. «Erfolgt ein Aufgebot, so sind wir in der Regel innerhalb von 45 Minuten am Einsatzort», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern. Im Jahr 2025 standen die Teammitglieder bei 117 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr 97) und leisteten während 985 Stunden (Vorjahr rund 980) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi.
Erstmals über 100 Einsätze
Im Jahr 2025 waren die Teams bei mehr als 117 Ereignissen präsent. «Im Vergleich der letzten Jahre ist dies die mit Abstand höchste Zahl», sagt Christoph Beeler-Longobardi. Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers bei ausserordentlichen Todesfällen. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 37 (Vorjahr 35). Zugenommen haben weiter die Präsenz bei 29 suizidalen Ereignissen (Vorjahr 23).
Weiterbildung und Training
Schwerpunkt der Ausbildung bildete im Jahr 2025 eine grosse Übung: 60 Figuranten und 50 Care Giver haben dazu in Ruswil an einem fiktiven Ereignis während eines Gottesdienstes teilgenommen. Es ging dabei um die Zusammenarbeit innerhalb des Teams sowie mit Polizei und betroffenen Institutionen wie Kirchgemeinde, Pfarrei, Alterszentrum und Schule. Krisenkonzepte konnten so aufeinander abgestimmt werden.
Zusammenarbeit von Kirchen und Kanton
Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Franziska Tschupp in einem Pensum von insgesamt 40 Prozent. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team.
Tschupp hat die Stelle als Co-Leiterin im Rahmen eines 25-Prozent-Pensums per Anfang Jahr 2026 angetreten. Während den ersten beiden Monaten hat sie sich eingearbeitet und das Team kennengelernt. Tschupp löste Thomas Seitz ab, der die Notfallseelsorge/Care Team während 15 Jahren mitgeleitet hatte.
Die römisch-katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern bieten einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst an, der am Mittwoch, 25. Dezember, um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt wir– mit Übersetzung in Gebärdensprache. Dies ist die letzte solche Produktion. Die Landeskirchen hatten damit 2020 während der Pandemie begonnen.
Medienmitteilung vom 9. Dezember 2025
Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern bieten mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang, um die Geburt Jesus zu feiern. Den diesjährigen und letzten Gottesdienst in diesem Format aus der Franziskanerkirche in der Stadt Luzern gestalten: Winfried Bader (Christkatholischer Theologe), Gudrun Dötsch (Pfarreileiterin St. Maria zu Franziskanern), Ulrike Grosch (Leiterin Franziskanerchor Luzern), Freddie James (Organist) und Claudia Speiser (Pfarrerin Reformierte Kirche Emmen-Rothenburg).
Gemeinsam im ganzen Kanton Luzern
Der Fernsehgottesdienst war mit der Coronapandemie Mitte März 2020 zunächst eine sofortige Notlösung für Ostern. Innerhalb von drei Wochen produzierten die Landeskirchen zusammen mit Tele1 zwei Formate, um eine Osterfeier zuhause zu ermöglichen. Damals gab es im Anschluss an die Fernsehgottesdienste jeweils eine Telefonhotline für Seelsorge. Auf diese gingen viele Anrufe ein, wobei sich viele bedankten und damit für weitere Produktionen motivierten. Die Besuchszahlen an Weihnachten lagen jeweils bei 8’000 bis 20’000 Zuschauenden. Die Mitwirkenden und die Standorte wechselten jährlich im gesamten Kanton Luzern.
Für schwerhörige und gehörlose Menschen übersetzt Agnes Zwyssig den Gottesdienst am 25. Dezember um 10 Uhr im Regionalfernsehen Tele1 in Gebärdensprache.
Kollekte zugunsten Paradiesgässli
Die diesjährige ökumenische Weihnachtskollekte geht an das Paradiesgässli des Vereins kirchliche Gassenarbeit. Das Paradiesgässli ist eine Anlaufstelle für Familien, die von Sucht und Armut betroffen sind. Mütter und Väter mit Suchtproblemen erhalten Beratung. Spendenkonto CH15 0077 8157 7774 2200 4 oder via TWINT mit Stichwort Weihnachten unter kirchen-kanton-luzern.ch.
Spendenkonto CH15 0077 8157 7774 2200 4 oder via TWINT mit Stichwort Weihnachten unter kirchen-kanton-luzern.ch.
Franziska Tschupp wird neue Co-Leiterin der Organisation Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern. Sie übernimmt diese Aufgabe ab 1. Januar 2026 zusammen mit Christoph Beeler, seit elf Jahren Co-Leiter.
Notfallseelsorgende und Care Givers sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen, schweren Verkehrsunfällen und sonstigen Unglücksfällen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2024 waren sie im Kanton Luzern bei 98 Ereignissen und während 980 Stunden im Einsatz. Täglich sind zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett.
Franziska Tschupps Vorgänger Thomas Seitz war während 25 Jahren für die Notfallseelsorge/Care Team tätig, davon 16 Jahre in der Leitung; nun hört er altershalber auf. Die Leitung ist ein 40-Prozent-Pensum; Franziska Tschupp hat davon 25 Prozent. Sie bringt viel Wissen und Erfahrung in die Organisation. Die Betriebsökonomin, Projektmanagerin und Mediatorin ist in der Stiftung Rütimattli in Sachseln für die Hauswirtschaft und die Hauswartung/Liegenschaftsverwaltung zuständig. Das Rütimattli ist eine Einrichtung, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger, mehrfacher oder psychischer Beeinträchtigung begleitet. Die Aufgabe dort behält Franziska Tschupp bei. Weiterhin engagiert sie sich auch als Teamleaderin bei Carelink, einer schweizweiten Organisation mit rund 350 Freiwilligen, die Betroffene von Krisensituationen betreuen.
Dieser Hintergrund motiviert sie für ihre neue Aufgabe. Die Freiwilligen von Notfallseelsorge/Care Team leisteten eine wertvolle Aufgabe für die Gesellschaft, sagt Tschupp. Als Führungsperson wolle sie die Rahmenbedingungen dafür schaffen, damit das Team seine Arbeit optimal erfüllen könne. Wichtig sei ihr dabei, Bewährtes zu bewahren und gemeinsam sorgsam weiterzuentwickeln. Franziska Tschupp (50) ist verheiratet, Mutter einer Tochter und eines Sohnes und lebt mit ihrer Familie in Eschenbach.
Landeskirchen, Islamische Gemeinde und Kanton Luzern stellen dieses Jahr ihre Aktion zum Bettag unter das Motto Hoffnung. Es geht ihnen um Stärkung und Verbindung.
Die Absender rufen dazu auf den Blick auf das zu richten, was uns selbst und die Mitmenschen stärkt. «Wer Hoffnung wagt, glaubt an das Gute und sieht den Schimmer am Horizont», heisst es im Begleittext. Im Wortlaut:
Hoffnung wächst, wo Menschen einander zuhören, füreinander da sind und gemeinsam nach Verbindendem suchen. Wenn Menschen ihre Hoffnung teilen und sie einander schenken. Wenn sie gemeinsam Hoffnung schöpfen.
Am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag richten wir den Blick auf das, was uns selbst und die Mitmenschen stärkt. Wer Hoffnung wagt, glaubt an das Gute und sieht den Schimmer am Horizont.
Plakate vor den Kirchen und Spots in den Bussen weisen auf die Aktion zum Bettag hin. Pfarreien, Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften nehmen das Thema jeweils für die Gestaltung ihrer Feiern zum Bettag auf. Oft sind diese ökumenisch oder interreligiös.
«Hoffnung» ist eine Aktion der Luzerner Landeskirchen, der Islamischen Gemeinde Luzern und des Kantons Luzern zum Bettag 2025. Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird seit 1848 in allen Kantonen jeweils am dritten Sonntag im September gefeiert. Es ist ein staatlicher Feiertag.
Seit 2009 treten die Beteiligten auf diesen Tag hin gemeinsam an die Öffentlichkeit. Sie wollen damit einen Beitrag zum Zusammenhalt in der Bevölkerung leisten. Der Wandel in vielen Bereichen fordert die Gesellschaft heraus: mit Fragen zur Solidarität zwischen den Generationen, zu den unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen sowie zur Vielfalt von Lebenskonzepten.
Sich mit Herz und Mut mit anderen Meinungen auseinandersetzen: Kirchen, Islamische Gemeinde und Kanton Luzern rufen zum Bettag unter dem Motto «herzwärts» dazu auf, nach innen zu hören.
Ängste und Sorgen begleiteten heute den Alltag vieler, auch schon junger Menschen, heisst es im Aufruf zum Bettag 2024. Die Absender fragen darin, ob es «nicht gar not-wendend» sei, sich «inmitten alternativer Fakten, zunehmender Polarisierung und schmerzlicher Gewalt» herzwärts zu orientieren, den Menschen mit offenem Herzen zu begegnen und sie so wahrzunehmen?
Dies bedinge Offenheit und Toleranz, gegenseitige Achtung und Wertschätzung, Respekt und Solidarität. Und es brauche «beherzten Mut, sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren und so zu einem gemeinsamen Handeln zu finden, das uns heute und in Zukunft Wohlergehen und Frieden ermöglicht». Landeskirchen, Islamische Gemeinde und Kanton Luzern fordern dazu auf, in Selbstverantwortung wie gemeinsamer Verantwortung sich für den Schutz und Erhalt unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen einzusetzen, für unser «Zusammenleben und Wirken in einer Gesellschaft, in der allen Menschen ein gutes Leben möglich ist».
Plakate vor den Kirchen und Spots in den Bussen weisen auch in diesem Jahr auf die Aktion zum Bettag hin. Pfarreien, Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften nehmen diese jeweils für die Gestaltung ihrer Feiern zum Bettag auf. Oft sind diese ökumenisch oder interreligiös.
Kirchen und Kanton gemeinsam seit 2009
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird seit 1848 in allen Kantonen jeweils am dritten Sonntag im September gefeiert. Es ist ein staatlicher Feiertag. Im Kanton Luzern gilt der Bettag als Hoher Feiertag, in einer Reihe mit dem Karfreitag, dem Ostersonntag oder dem Weihnachtstag. Die christkatholische, evangelisch-reformierte und römisch-katholische Landeskirche, die Islamische Gemeinde Luzern und der Kanton treten seit 2009 mit einer gemeinsamen Aktion zum Bettag an die Öffentlichkeit. Die Aktion unter einem jährlich wechselnden Motto soll zum Nachdenken anregen.
Der Bettagsaufruf im Wortlaut
Eine neue Richtung für die Gemeinschaft, den Staat, die Kirchen, für Vereine, Verbände und für die Wirtschaft? Wo fängt HERZwärts an und was, wenn noch viel mehr Menschen diesen Weg begingen? Mit diesem aussergewöhnlichen Wort und Thema lädt der diesjährige Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag zum Denken und Handeln ein.
Frieden, Sicherheit und Wohlergehen sind nicht selbstverständlich. Wir sind mit grossen Herausforderungen konfrontiert, Ängste und Sorgen begleiten den Alltag vieler, auch schon junger Menschen. Ist es inmitten alternativer Fakten, zunehmender Polarisierung und schmerzlicher Gewalt nicht gar not-wendend, uns HERZwärts zu orientieren, den Menschen um uns herum mit offenem HERZen zu begegnen und sie so wahrzunehmen?
Dazu braucht es Offenheit und Toleranz, gegenseitige Achtung und Wertschätzung, Respekt und Solidarität. Und es braucht beHERZten Mut, sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren und so zu einem gemeinsamen Handeln zu finden, das uns heute und in Zukunft Wohlergehen und Frieden ermöglicht.
Gelingt es uns, in Selbstverantwortung auch gemeinsam Verantwortung zu übernehmen? Verantwortung für die Gestaltung unseres Lebensumfeldes, für den Schutz und Erhalt unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen, für unser Zusammenleben und Wirken in einer Gesellschaft, in der allen Menschen ein gutes Leben möglich ist.
Im Grunde unseres HERZens wissen wir darum, und Vieles geschieht, was hoffnungsvoll stimmt und Zuversicht gibt. Möge dieser Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag Anstoss geben, daran weiter zu wirken, an dem Ort, wo wir leben, und mit den Fähigkeiten, die wir in uns tragen. So tasten wir uns vorwärts, seitwärts und auch mal rückwärts – und dabei hoffentlich immer HERZwärts.
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird seit 1848 in allen Kantonen jeweils am dritten Sonntag im September gefeiert. Er ist ein staatlicher, über Konfessionsgrenzen reichender Feiertag. Im Kanton Luzern gilt der Bettag als Hoher Feiertag, in einer Reihe mit dem Karfreitag, dem Ostersonntag oder dem Weihnachtstag. Die katholische, reformierte und christkatholische Landeskirche, die Luzerner Regierung und die Islamische Gemeinde Luzern treten seit 2009 mit einer gemeinsamen Aktion zum Bettag an die Öffentlichkeit. Die Aktion unter einem jährlich wechselnden Motto soll zum Nachdenken anregen.
Notfallseelsorgende und Care Givers sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen, schweren Verkehrsunfällen und weiteren Ereignissen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2023 waren sie im Kanton Luzern während rund 850 Stunden bei 82 Ereignissen im Einsatz.
Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. «Erfolgt ein Aufgebot, so sind wir in der Regel innerhalb von 45 Minuten am Einsatzort», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern. Im Jahr 2023 standen die Teammitglieder bei 82 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr 86) und leisteten während rund 850 Stunden (Vorjahr rund 900) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi.
«Eine hohe Zahl»
Im Jahr 2023 waren die Teams nach 25 suizidalen Ereignissen präsent. Im Vorjahr 2022 waren es 20. «Im Vergleich der letzten zehn Jahre ist dies eine hohe Zahl der Ereignisse», sagt Christoph Beeler-Longobardi. Im Bereich der Verkehrsunfälle sank die Zahl im gleichen Zeitraum von sechs Ereignissen im Jahr 2022 auf zwei im Jahr 2023. Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers im vergangenen Jahr wiederum bei ausserordentlichen Todesfällen. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 31 (Vorjahr 30).
Weiterbildung und Training
Schwerpunkt der Weiterbildungskurse 2023 waren die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und die Kommunikation in komplexen Situationen. So gab es die Einsatzübung «Morgentau». Dabei wurde die Bewältigung eines Unfalles mit Todesfolge und Verletzten anlässlich einer Schulexpedition geübt. Mit 70 Figurierenden übten Teamleader und Care Giver die Zusammenarbeit mit Schulorganisation und erprobten deren Notfallkonzept. Dabei wurden Ereignisplanung, Umsetzung, Kommunikation, Informationsfluss, Zusammenarbeit mit Partnern und die Betreuung in Gruppen und mit Einzelpersonen im komplexen Zusammenspiel getestet. «Es zeigte sich, dass wir auf solche Ereignisse vorbereitet sind», so Beeler-Longobardi.
Zusammenarbeit von Kirchen und Kanton
Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Thomas Seitz. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team. Die Betriebskosten betragen knapp 100’000 Franken pro Jahr.
Erst Corona, dann der Krieg in der Ukraine: Die Krisen werfen viele Menschen aus der Bahn. Die «elbe» bietet ihnen Raum, zurück zu sich und in die Verantwortung zu finden. Und gerät derweil in ihrem Jubiläumsjahr ob der grossen Nachfrage selbst an den Anschlag.
Jedes Jahr steigende Zahlen, inzwischen doppelt so viele Beratungs- und Therapiestunden wie vor fünf Jahren: «Das ist eine gute Nachricht», sagt Paola Ganyi. «Die Leute kennen und vertrauen uns offenbar.» Das «Aber» folgt auf dem Fuss: Ganyi (56), seit zwei Jahren Stellenleiterin der «elbe», hält auch fest: Die grosse Nachfrage fordert das Team, die Warteliste ist 25 Dossiers gross, die Wartezeit beträgt bis zwei Monate. Bereits 2022 konnte die «elbe» aber in der Beratung um eine halbe Stelle auf 255 Stellenprozente ausbauen und Ganyi ihr Leitungspensum von 35 auf 50 Prozent aufstocken. Die 2021 bezogenen neuen Räume an der Hertensteinstrasse 28 in Luzern sind endlich gross genug. In ihrem 50. Jahr ist die «elbe» gut aufgestellt.
Kein Boden mehr unter den Füssen
Psychotherapeutin Jenny Graf (36), eines der fünf Teammitglieder, erstaunt die grosse Nachfrage nicht. «Corona hat vielerorts Spannungen verstärkt, mit dem Ukrainekrieg geht die Krise nahtlos weiter.» In den Alltag übersetzt heisst das zum Beispiel: Im Home Office können sich Paare nicht mehr ausweichen und prallen Haltungen aufeinander, der Krieg zieht Menschen den Boden unter den Füssen weg. Angst lähmt. Beziehung, Arbeit, Gesundheit, Kontrollverlust: «Zu uns kommen viele Klientinnen und Klienten, die es regelrecht schüttelt», sagt Ganyi. Bei der «elbe» verdichtet sich das Leben gerade sehr.
«Spannend» sei ihre Arbeit auch in solchen Zeiten, finden sie und Graf übereinstimmend. Die Menschen kämen schliesslich zur «elbe», weil sie Hoffnung auf Veränderung hätten. «Wir bieten ihnen Raum zur Auseinandersetzung», erklärt Ganyi. Graf bringt das Beispiel dazu: «Bei einem zerstrittenen Paar fliegen zuhause die Fetzen. Bei uns erfährt und lernt es, wie Kommunikation ohne Verletzung möglich ist. Der Perspektivenwechsel entlastet.» Aus der Dynamik ausbrechen, die Situation erkennen, in die Eigenverantwortung kommen: Was einfach klingt, muss freilich auch immer wieder hart erarbeitet werden. «Da werden auch mal Türen geschletzt», sagt Graf.
Angebote für Schule und Ausbildung
Die Tage sind vielfältig in den «elbe»-Räumen, das Angebot der Fachstelle ist breit. Eine 16-jährige, ungewollt Schwangere sucht hier ebenso Hilfe wie ein ü70-Paar, das nach langen Ehejahren an den Anschlag kommt. Die Mitarbeitenden sind mit Angeboten in der Gesundheitsförderung, Prävention und Sexualpädagogik auch unterwegs an Schulen und Ausbildungsorten wie etwa der Pädagogischen Hochschule.
Dank Kirchenbeiträgen offen für alle
Die Beratung ist der grösste Bereich der «elbe». Wichtig ist hier: Die Tarife sind einkommensabhängig. Das machen vor allem die Kirchen möglich, die 1973 die Stelle mitgegründet hatten. «Die staatlichen Gelder würden dafür nicht genügen», sagt Paola Ganyi. Dass auch Menschen mit wenig Geld Hilfe erhielten, sei nicht zuletzt «eine Frage der Chancengleichheit».
Dominik Thali
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Beratungsstelle im Auftrag der Kirchen und Kantone
Interkonfessioneller Verein für Ehe- und Lebensberatung Luzern – kurz: elbe – hiess die Stelle, welche die Kantone und Landeskirchen Luzern, Ob- und Nidwalden im September 1973 gründeten. Seit 2016 ist die «elbe» als «Fachstelle für Lebensfragen» unterwegs. Die Landeskirchen tragen rund einen Viertel des Aufwands. Präsidiert wird der Verein von Hans Burri (kath., Malters) und Rosemarie Manser (ref., Eich). Ehe-, Lebens- und Schwangerschaftsberatungen sind ein gesetzlicher Auftrag. Luzern, Ob- und Nidwalden kommen diesem über die «elbe» nach.
Tag der offenen Tür aus Anlass des Jubiläums am 25. September
Notfallseelsorgende und Care Givers sind bei ausserordentlichen Todesfällen, Suizid, schweren Verkehrsunfällen und weiteren Ereignissen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2022 waren sie im Kanton Luzern während rund 900 Stunden bei 87 Ereignissen im Einsatz.
Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. «Erfolgt ein Aufgebot, so sind wir innerhalb von maximal 45 Minuten am Einsatzort», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern. Im Jahr 2022 standen die Teammitglieder bei 87 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr 82) und leisteten während rund 900 Stunden (Vorjahr 800) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi.
Mehr ausserordentliche Todesfälle – weniger Verkehrsunfälle
Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers im vergangenen Jahr wiederum bei ausserordentlichen Todesfällen. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 30 (Vorjahr 24). Bei 20 suizidalen Ereignissen waren die Teams präsent im Jahr 2022 (Vorjahr 19). Im Bereich der Verkehrsunfälle sank die Zahl im gleichen Zeitraum von neun im Jahr 2021 auf sechs im Jahr 2022.
20 Jahre Care-Arbeit
Vergangenes Jahr blickte die ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern auf das 20-jährige Bestehen zurück. Dazu hat sie zu einem Podium eingeladen, um auf die Entwicklung seit der Gründung im Jahr 2002 gemeinsam mit den Gründungsmitgliedern zurückzublicken. Seit 2012 ist diese dem Zivilschutz angegliedert. Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern.
Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Thomas Seitz. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team. Die Betriebskosten betragen knapp 100’000 Franken pro Jahr.
Eine Bewerbung schreiben und mailen? Und keinen Computer zuhause? Für Menschen in Armut oder mit wenig Deutschkenntnissen ein Problem. Die katholische Kirche Kriens macht sie fit für die digitale Welt. Das Angebot ist auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Kirche und Staat.
Imani (alle Namen geändert), eine gut 50-jährige Frau aus dem Sudan, hat eine kleine Stelle in der Kinderbetreuung und will ihr Pensum aufstocken. Mit Melanie Grünenfelder, Leiterin des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus, aktualisiert sie an diesem Nachmittag im Internet-Café ihren Lebenslauf und bespricht Inserate, die sie in der «Barni-Post» gefunden hat. An einem anderen Tisch sitzt Milad aus Afghanistan. Der etwa 30-jährige Mann ist froh, hier seine Bewerbungsschreiben auf neue Stellenangebote anpassen und ausdrucken zu können. Zuhause hat er keinen Drucker. Irena schliesslich, um die 60, ist arbeitslos. Sie sucht eine Stelle im Verkauf. Jemand hilft ihr, das Mailkonto auf dem Handy wieder zugänglich zu machen, sucht mit ihr eine Gratis-App, damit sie PDFs öffnen kann, und scannt schliesslich ihre Unterschrift. «Ich will Bewerbungen künftig per Mail einreichen können», sagt Irena.
Ein Problem, das unterschätzt wird
Stellensuchende im Tieflohnbereich haben oft Mühe, eine Arbeit zu finden. Oder Armutsbetroffene eine Wohnung. Ihnen fehlen zudem häufig Kenntnisse am Computer. «Ein Problem, das unterschätzt wird», sagt Melanie Grünenfelder. Dabei sei es schon herausfordernd, sich auf der Informationsplattform der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zurechtzufinden. Als im Frühjahr Informations- und Schulungsangebote anderer Stellen wegfielen, reagierte Grünenfelder deshalb zusammen mit Eliane Räber, Geschäftsleiterin von «Kriens integriert», und baute das Internet-Café auf. René Flad, ein pensionierter Jobcoach, half bei der Konzeption mit. «Kriens integriert» ist ein Verein, der im Auftrag der katholischen und reformierten Kirche und der Stadt die praktische Integrationsarbeit in Kriens verantwortet.
Im Internet-Café im Zentrum Bruder Klaus, das jeden Dienstag Nachmittag geöffnet ist, können Armutsbetroffene Laptop und Drucker benutzen und erhalten praktische Anleitung. «Eigentlich wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe sein», sagt Eliane Räber. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten aber kaum Computerkenntnisse. Weshalb hat die Maus zwei Tasten? Ist das ein Link oder ein Mailadresse? Ein- oder zweimal klicken? «Was für uns in fünf Minuten erledigt ist, dauert dann halt eine Stunde», sagt Räber. «Die digitale Welt ist anspruchsvoll – auch für uns», fügt Grünenfelder an. «Geduld braucht es da oft auf beiden Seiten.»
Eine, die davon genug hat und heute freiwillig mithilft, ist Eveline Bachofer. Die pensionierte Frau war beruflich in der Erwachsenenbildung tätig. Ihr sei vieles geschenkt worden im Leben, «davon will ich etwas zurückgeben», sagt Bachofer. Helferinnen und Helfer wie sie gibt es zurzeit neun. Die Projektkosten sind deshalb tief. Die Kirchgemeinde stellt den Raum zur Verfügung, die sieben Laptops und der Drucker sind Geschenke; ein Pfarreimitglied hat alles zu einem Freundschaftspreis installiert.
«Gut, dass es so etwas gibt»
Das Internet-Café ist als Pilotprojekt vorerst bis Ende Jahr befristet. Melanie Grünenfelder und Eliane Räber hoffen, dass es weitergeführt wird. Seit dem Start im Juli haben rund 20 Personen das Angebot genutzt, viele kommen mehrmals. «Damit sind wir zufrieden, aber es könnten noch mehr sein», sagt Grünenfelder. Imani, Milad und Irena, die an diesem Nachmittag Hilfe erhalten, sind froh um die Unterstützung. «Gut, dass es so etwas gibt», findet Irena. Sie tippt auf ihr Handy und freut sich, dass sie darüber wieder Zugang zu ihren Mails hat.
Dominik Thali
Internet-Café, Zentrum Bruder Klaus, Pilatusstrasse 13, Kriens, jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr, Teilnahme kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
«Kirche kommt an» gilt mitunter auch in der Tierwelt: Weil es in Häusern immer weniger Estriche gibt, die nicht isoliert sind, werden Dachstöcke von Kirchen für Fledermäuse noch wichtiger. Die Wallfahrtskirche Hergiswald in Kriens etwa dient zwei Arten im Sommer als Wochenstube.
Der Aufgang zu Turm und Dachstock der Kirche Hergiswald ist nichts für Menschen, die an Klaustrophobie leiden. Oben auf dem mit Holzbrettern belegten Plateau angelangt, leuchtet Manuel Lingg mit einer Rotlicht-Taschenlampe ins Gebälk. Das stört die Fledermäuse nicht. «Sie haben keine Rezeptoren für Rotlicht», flüstert Lingg. Der 39-Jährige ist Biologe und ungefähr in einem 20-Prozent-Pensum Fledermausschutz-Beauftragter des Kantons Luzern.
Ein paar Tiere sind zu erspähen, wie bei Fledermäusen üblich in hängender Position. Sie haben zwar Füsse, können aber nicht darauf stehen. Das Hängen erfordert für sie keine Kraftanstrengung, die Fusskrallen rasten sich durch ihr Gewicht quasi im Holz ein. Sie schlafen ruhig, um nachts gerüstet zu sein für die Jagd auf Insekten, ihrem praktisch einzigen Nahrungsmittel.
Die Kirche Hergiswald dient einer Kolonie von ein paar Dutzend Brauner Langohren als sogenannte Wochenstube. Von Anfang/Mitte Juni bis zirka Ende August finden sich Weibchen ein, die hier ihr Junges gebären, säugen und aufziehen, bis es nach ein paar Wochen selber fliegen kann. Männchen sind nicht dabei, sie gehen andere Wege, ehe man sich im Spätherbst wieder irgendwo in einer Höhe mit den Weibchen trifft und der Fortpflanzungsakt von Neuem beginnt. Dabei geht es recht wild durcheinander. Fledermäuse sind nicht treu, sie paaren sich wiederholt mit verschiedenen Partnern. Weibchen können als Besonderheit den Samen speichern und nach dem monatelangem Winterschlaf im Frühling die eigentliche Befruchtung selber steuern.
Viel Verständnis in den Kirchen
Während die im Mittelmeerraum von den Fledermäusen bevorzugten Höhlen bei uns zu wenig warm wären, bieten solche Dachstöcke dank der Sonnenwärme geeignete Bedingungen für Wochenstuben. Zudem ist das Versteck sicher, vor allem vor Katzen, die an Fledermäusen gerne ihren Jagdtrieb ausleben. Und was ist mit dem Kirchengeläut? Das stört Fledermäuse anscheinend nicht, selbst wenn die Glocke in unmittelbarer Nähe ist. «Kirchen sind aber nicht nur für Wochenstuben wichtig, sondern je länger je mehr für Fledermäuse allgemein», sagt Manuel Lingg. Der Grund: Anders als früher werden viele Häuser meist bis unters Dach ausgebaut. Sogenannte Kalt-Estriche, die nicht isoliert sind und trotz ihres Namens im Sommer deutlich wärmer werden, werden immer seltener.
In Kirchen jedoch bleiben die Dachstöcke meist unangetastet. Lingg: «Es ist ein Glücksfall, dass das Einvernehmen mit ihnen sehr gut ist, mit unseren Anliegen für den Schutz der Fledermäuse stossen wir auf viel Verständnis und Rücksichtnahme.» Wenn zum Beispiel eine Dachrenovation ansteht, werden Arbeiten nicht im Sommer während der Anwesenheit der Tiere ausgeführt. Oder ein Gerüst wird so aufgebaut, dass die Fledermäuse trotzdem Zugang haben. Vermieden wird auch, dass bei nachts beleuchteten Kirchen die Scheinwerfer direkt ins Einflugloch strahlen. Das würde die Tiere massiv irritieren.
In der Kirche Hergiswald hat das Einflugloch die Form ein grosses Kreuzes, das in der Mauer ausgespart ist. Ein symbolträchtiges Bild – wobei das offene Kreuz nicht unbedingt nötig wäre. Die etwa fünf Zentimeter langen und ein paar Gramm schweren Braunen Langohren würden den Weg hinein und wieder hinaus auch über einen etwas locker sitzenden Ziegel finden. Aber bei einer Flügelspannweite von 25 bis 27 Zentimetern schätzen sie womöglich eine breite Öffnung. Dort lassen sie sich auch leichter zählen – ein Amt, die der lokale Fledermausschützer Hans Gysin ein paar Mal jährlich ausübt. Etwa 60 Tiere registriert er im Maximum.
Die Braunen Langohren sind eine von über einem Dutzend Fledermaus-Arten, die im Kanton Luzern heimisch sind (gesamtschweizerisch gibt es rund 30 Arten, weltweit über 1000). Mit grossem Abstand am häufigsten bei uns sind Zwergfledermäuse. Neben den Brauen Langohren bilden auch die Grossen Mausohren Wochenstuben in Dachstöcken. Die meisten anderen Arten bevorzugen Spalten an den Aussenseite von Gebäuden oder natürliche Verstecke an Bäumen. Bekannt als Wohnstube für Grosse Mausohren ist die Wallfahrtskapelle St. Ottilien in Buttisholz, wo jeweils bis zu 600 Tiere beisammen sind. Die Mausohren sind eine Art, deren Bestand tendenziell zugenommen hat in den letzten Jahren, aber «Fledermäuse stehen allgemein stark unter Druck, vor allem, weil es zunehmend weniger Insekten gibt», sagt Manuel Lingg.
Für Fledermäuse gibt es im Kanton Luzern sogar eine Pflegestation. Monika Lachat aus Kriens und Giselle Knüsel-Buchs aus Ruswil kümmern sich ehrenamtlich um verletzte, geschwächte oder noch flugunfähige Tiere und päppeln sie liebevoll auf. Bei unserem Besuch in der Kirche Hergiswald brachte Manuel Lingg aus der Station ein Braunes Langohr mit. Es war auf Hergiswald bei Untersuchungen des Holzes leicht verletzt und in die Pflegestation gebracht worden. «Tiere werden möglichst immer dorthin zurück gebracht, wo sie gefunden worden sind.»
Vorsicht ist immer angebracht
Beim Aussetzen trägt Lingg Handschuhe. Fledermäuse können beissen und zum Beispiel Tollwut übertragen. Theoretisch. In der Praxis hat das der Fledermausschutz-Beauftragte aber noch nie erlebt. «Trotzdem sei für Leute, die viel mit Fledermäusen zu tun haben, immer etwas Vorsicht angebracht und neben Handschuhen auch eine Tollwut-Impfung Pflicht.
Dass sich nicht wenige Leute vor Fledermäusen mit ihrem etwas «vampirhaften» Aussehen ängstigen, kann Manuel Lingg halbwegs nachvollziehen. Diese Ängste würde aber zumeist auf Schauermärchen beruhen. Nicht auszurotten sei unter anderem die Behauptung, Fledermäuse würden gerne in die Haare eines Menschen fliegen. Manuel Lingg bekommt das oft zu hören, kennt aber keinen einzigen konkreten Fall. Linggs Überzeugung: «Wenn man Fledermäuse in Ruhe lässt, sind sie für Menschen völlig ungefährlich.»
Hans Graber
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Kirchen als Fledermäuse-Wochenstuben
Unter anderem in diesen Luzerner Kirchen zogen in den vergangenen Jahren Fledermaus-Weibchen in Gesellschaften (Wochenstuben) ihr Jungtier hoch: