Erst Corona, dann der Krieg in der Ukraine: Die Krisen werfen viele Menschen aus der Bahn. Die «elbe» bietet ihnen Raum, zurück zu sich und in die Verantwortung zu finden. Und gerät derweil in ihrem Jubiläumsjahr ob der grossen Nachfrage selbst an den Anschlag.

Jedes Jahr steigende Zahlen, inzwischen doppelt so viele Beratungs- und Therapiestunden wie vor fünf Jahren: «Das ist eine gute Nachricht», sagt Paola Ganyi. «Die Leute kennen und vertrauen uns offenbar.» Das «Aber» folgt auf dem Fuss: Ganyi (56), seit zwei Jahren Stellenleiterin der «elbe», hält auch fest: Die grosse Nachfrage fordert das Team, die Warteliste ist 25 Dossiers gross, die Wartezeit beträgt bis zwei Monate. Bereits 2022 konnte die «elbe» aber in der Beratung um eine halbe Stelle auf 255 Stellenprozente ausbauen und Ganyi ihr Leitungspensum von 35 auf 50 Prozent aufstocken. Die 2021 bezogenen neuen Räume an der Hertensteinstrasse 28 in Luzern sind endlich gross genug. In ihrem 50. Jahr ist die «elbe» gut aufgestellt.

Kein Boden mehr unter den Füssen

Psychotherapeutin Jenny Graf (36), eines der fünf Teammitglieder, erstaunt die grosse Nachfrage nicht. «Corona hat vielerorts Spannungen verstärkt, mit dem Ukrainekrieg geht die Krise nahtlos weiter.» In den Alltag übersetzt heisst das zum Beispiel: Im Home Office können sich Paare nicht mehr ausweichen und prallen Haltungen aufeinander, der Krieg zieht Menschen den Boden unter den Füssen weg. Angst lähmt. Beziehung, Arbeit, Gesundheit, Kontrollverlust: «Zu uns kommen viele Klientinnen und Klienten, die es regelrecht schüttelt», sagt Ganyi. Bei der «elbe» verdichtet sich das Leben gerade sehr.

«Spannend» sei ihre Arbeit auch in solchen Zeiten, finden sie und Graf übereinstimmend. Die Menschen kämen schliesslich zur «elbe», weil sie Hoffnung auf Veränderung hätten. «Wir bieten ihnen Raum zur Auseinandersetzung», erklärt Ganyi. Graf bringt das Beispiel dazu: «Bei einem zerstrittenen Paar fliegen zuhause die Fetzen. Bei uns erfährt und lernt es, wie Kommunikation ohne Verletzung möglich ist. Der Perspektivenwechsel entlastet.» Aus der Dynamik ausbrechen, die Situation erkennen, in die Eigenverantwortung kommen: Was einfach klingt, muss freilich auch immer wieder hart erarbeitet werden. «Da werden auch mal Türen geschletzt», sagt Graf.

Angebote für Schule und Ausbildung

Die Tage sind vielfältig in den «elbe»-Räumen, das Angebot der Fachstelle ist breit. Eine 16-jährige, ungewollt Schwangere sucht hier ebenso Hilfe wie ein ü70-Paar, das nach langen Ehejahren an den Anschlag kommt. Die Mitarbeitenden sind mit Angeboten in der Gesundheitsförderung, Prävention und Sexualpädagogik auch unterwegs an Schulen und Ausbildungsorten wie etwa der Pädagogischen Hochschule.

Dank Kirchenbeiträgen offen für alle

Die Beratung ist der grösste Bereich der «elbe». Wichtig ist hier: Die Tarife sind einkommensabhängig. Das machen vor allem die Kirchen möglich, die 1973 die Stelle mitgegründet hatten. «Die staatlichen Gelder würden dafür nicht genügen», sagt Paola Ganyi. Dass auch Menschen mit wenig Geld Hilfe erhielten, sei nicht zuletzt «eine Frage der Chancengleichheit».

Dominik Thali

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Beratungsstelle im Auftrag der Kirchen und Kantone

Interkonfessioneller Verein für Ehe- und Lebensberatung Luzern – kurz: elbe – hiess die Stelle, welche die Kantone und Landeskirchen Luzern, Ob- und Nidwalden im September 1973 gründeten. Seit 2016 ist die «elbe» als «Fachstelle für Lebensfragen» unterwegs. Die Landeskirchen tragen rund einen Viertel des Aufwands. Präsidiert wird der Verein von Hans Burri (kath., Malters) und Rosemarie Manser (ref., Eich).
Ehe-, Lebens- und Schwangerschaftsberatungen sind ein gesetzlicher Auftrag. Luzern, Ob- und Nidwalden kommen diesem über die «elbe» nach.

Tag der offenen Tür aus Anlass des Jubiläums am 25. September

Notfallseelsorgende und Care Givers sind bei ausserordentlichen Todesfällen, Suizid, schweren Verkehrsunfällen und weiteren Ereignissen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2022 waren sie im Kanton Luzern während rund 900 Stunden bei 87 Ereignissen im Einsatz.

Medienmitteilung vom 14. Februar 2023

Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. «Erfolgt ein Aufgebot, so sind wir innerhalb von maximal 45 Minuten am Einsatzort», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern. Im Jahr 2022 standen die Teammitglieder bei 87 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr 82) und leisteten während rund 900 Stunden (Vorjahr 800) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi.

Mehr ausserordentliche Todesfälle – weniger Verkehrsunfälle

Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers im vergangenen Jahr wiederum bei ausserordentlichen Todesfällen. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 30 (Vorjahr 24). Bei 20 suizidalen Ereignissen waren die Teams präsent im Jahr 2022 (Vorjahr 19). Im Bereich der Verkehrsunfälle sank die Zahl im gleichen Zeitraum von neun im Jahr 2021 auf sechs im Jahr 2022.

20 Jahre Care-Arbeit

Vergangenes Jahr blickte die ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern auf das 20-jährige Bestehen zurück. Dazu hat sie zu einem Podium eingeladen, um auf die Entwicklung seit der Gründung im Jahr 2002 gemeinsam mit den Gründungsmitgliedern zurückzublicken. Seit 2012 ist diese dem Zivilschutz angegliedert. Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern.

Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Thomas Seitz. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team. Die Betriebskosten betragen knapp 100’000 Franken pro Jahr.

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Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst angeboten: Tele1 strahlte diesen am 25. Dezember 2022 aus. Insgesamt haben rund 9000 Zuschauende live am Fernsehen mitgefeiert.

Medienmitteilung vom 11. Januar 2023

Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern bieten mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst jeweils einen ergänzenden digitalen Zugang, um die Geburt Jesus zu feiern. Es ist ein Bedürfnis, gemeinsam Hoffnung zu schöpfen, wie die Zahlen zeigen: 9000 Zuschauende haben beim Gottesdienst aus der Reformierten Matthäuskirche in der Stadt Luzern mitgefeiert. Für schwerhörige und gehörlose Menschen wurde der Gottesdienst in Gebärdensprache übersetzt. Der christliche Wert der gesellschaftlichen Inklusion und der Solidarität ist den Landeskirchen auch beim Fernsehgottesdienst ein zentrales Anliegen.

Kollekte zugunsten von Kindern

Im Fernsehgottesdienst gab es eine ökumenische Weihnachts-Kollekte zugunsten der Kinderspitex Zentralschweiz. Diese pflegt schwer kranke Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die an einer chronischen oder akuten Erkrankung leiden und auf eine medizinische Behandlung angewiesen sind. Insgesamt ist ein Betrag in der Höhe von 1’000 Franken eingegangen. Die Landeskirchen bedanken sich für das Mitfeiern und die Spenden.

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Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern bieten einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst an. Er wird am Sonntag, 25. Dezember, um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt – mit Übersetzung in Gebärdensprache für Menschen mit einer Hörbehinderung.

Medienmitteilung vom 12. Dezember 2022

Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern bieten mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang, um die Geburt Jesus zu feiern. Den diesjährigen Gottesdienst aus der Reformierten Matthäuskirche in der Stadt Luzern gestalten gemeinsam Edith Birbaumer (Pfarreiseelsorgerin katholische Kirche Stadt Luzern), Engelbert Glaser (Kirchenmusiker Christkatholische Kirchgemeinde Luzern) und Susanna Klöti (Pfarrerin Reformierte Kirche Stadt Luzern). Die Krippe 2022, die sich kalt und unbequem zeigt, ist Thema der Feier, und gemeinsam wird die Hoffnung gestärkt.

Für Menschen mit einer Hörbehinderung wird der Gottesdienst am 25. Dezember um 10 Uhr im Regionalfernsehen Tele1 in Gebärdensprache übersetzt. Der christliche Wert der gesellschaftlichen Inklusion und der Solidarität sind den Landeskirchen auch bei diesem Fernsehgottesdienst ein zentrales Anliegen.

Chor aus der Ukraine gestaltet die Feier musikalisch

Der Organist Vincenzo Allevato und der Chor «Prostir» unter der Leitung des jungen Dirigenten aus der ukrainischen Stadt Charkiw, Oleksii Yatsiuk, gestalten den Gottesdienst musikalisch. Der neu aufgrund des Krieges gegründete ukrainische Chor hat innerhalb kurzer Zeit ein beachtliches Repertoire erarbeitet. Dazu zählen ukrainische Werke und auch viele weitere. Mit dem andauernden Krieg kommen jetzt unterschiedliche Weihnachtslieder in ökumenischer Verbundenheit hinzu.

Kollekte zugunsten von Kindern

Die Kinderspitex Zentralschweiz pflegt schwer kranke Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die an einer chronischen oder akuten Erkrankung leiden und auf eine medizinische Behandlung angewiesen sind. Im eigenen Bett schlafen, am Familienleben teilnehmen, den Kindergarten oder die Schule besuchen: Die Einsätze ermöglichen es den Kindern, ein zumindest teilweise normales Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu führen. Die diesjährige ökumenische Weihnachts-Kollekte geht an die Kinderspitex Zentralschweiz über das Spendenkonto CH15 0077 8157 7774 2200 4 oder via Twint mit Stichwort Weihnachten über den nebenstehenden QR-Code.

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Der Krieg in der Ukraine macht bewusst, wie brüchig Frieden ist. Kirchen und Kanton Luzern stellen ihre Aktion zum Bettag dieses Jahr deshalb unter das Motto «Frieden ist…» und rufen zum Dialog auf.

Medienmitteilung vom 9. September 2022

Die drei Punkte am Schluss sind bewusst gesetzt: Sie rufen nach einer Antwort auf die Frage, wann denn «Frieden ist», wo es Frieden gibt und was es dazu braucht. Antworten, die jede und jeder für sich und im Miteinander geben kann. «Frieden ist eine Voraussetzung. Angefangen beim Frieden in uns selbst», heisst es im gemeinsamen Aufruf von Kirchen und Kanton Luzern zum Bettag 2022. «Nur wenn wir dem inneren Frieden den Boden bereiten, kann er wachsen und in der Gesellschaft gedeihen.» Kirchen und Kanton – ihnen schliesst sich die Islamische Gemeinde an – ermutigen dazu, immer wieder das Gespräch zu suchen, zuzuhören und Erfahrungen auszutauschen; im Wissen darum, dass Frieden «nicht immer leise und harmonisch» sei, wie sie im Aufruf weiter schreiben. Alle müssten am Frieden mitbauen, dieser sei «das Fundament guten und gelingenden Zusammenlebens».

Plakate vor den Kirchen und Spots in den Bussen weisen auch in diesem Jahr auf die Aktion zum Bettag hin. Pfarreien, Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften nehmen die Aktion jeweils für die Gestaltung ihrer Feiern zum Bettag auf.

Kirchen und Kanton gemeinsam seit 2009

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird seit 1848 in allen Kantonen jeweils am dritten Sonntag im September gefeiert. Obwohl der Bettag an Bedeutung verloren hat und nicht mehr alle Kantonsregierungen eigene Bettagsworte herausgeben oder sich an solchen beteiligen, hat ein staatlicher, über Konfessionsgrenzen reichender Feiertag bis heute seinen Sinn nicht verloren. Im Kanton Luzern gilt der Bettag weiterhin als Hoher Feiertag, in einer Reihe mit dem Karfreitag, dem Ostersonntag oder dem Weihnachtstag.

Die drei staatlich anerkannten Kirchen im Kanton Luzern (die kath. und ref. Landeskirche sowie die christkath. Kirchgemeinde) und der Kanton treten seit 2009 mit einer Aktion zum Bettag an die Öffentlichkeit. Daran beteiligt sich jeweils auch die Islamische Gemeinde Luzern. Die Aktion soll dazu beitragen, dass der Bettag von der Bevölkerung des Kantons wahrgenommen wird und zum Nachdenken anregt.

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Was heisst «Frieden ist...» für sie?

  • Regierungspräsident Guido Graf, Gesundheits- und Sozialdirektor des Kantons Luzern:
    «Frieden ist … keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen laufend in diesen Frieden, den wir hierzulande geniessen dürfen und der ein grosses Privileg ist, investieren. Als Regierungspräsident habe ich mich für das Motto «Solidarität ist Zukunft» entschieden. Das bedeutet, dass wir alle wieder stärker ein Augenmerk auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen legen. Unterstützen wir uns, seien wir solidarisch – das wirkt friedenserhaltend.»
  • Muhamed Sabanovic, Präsident der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL)
    «Frieden ist …das Resultat unserer täglichen Bemühungen, menschlich zu sein – als Kind, Elternteil, Ehepartner:in, Kolleg:in, Nachbar:in oder Freund. Im Quran (41:34) heisst es: Und nimmer sind das Gute und das Böse gleich. Wehre (das Böse) in bester Art ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein treuer Freund sein.»
  • Lilian Bachmann, Synodalratspräsidentin Evangelisch-Reformierte Landeskirche
    des Kantons Luzern:
    «Frieden ist …ein Bekenntnis unserer Herzen und es braucht jedes dafür. In der Liebe zu unseren Mitmenschen überwinden wir auch Differenzen, erkennen ihre Einzigartigkeit und nehmen alle Menschen an, so wie sie sind.»
  • Annegreth Bienz-Geisseler, Synodalratspräsidentin römisch-katholische Landeskirche
    des Kantons Luzern:
    «Frieden ist …nicht selbstverständlich. Frieden geschieht nicht einfach so. Frieden braucht ein Miteinander. Es braucht dich und mich. Wir müssen uns um Frieden bemühen, uns einsetzen und engagieren, einander mit Respekt und Achtung begegnen. So schaffen wir gemeinsam eine wichtige Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.»

Für viele religiöse Traditionen aus Asien ist die Lotusblume ein bedeutsames Symbol für Werden und Vergehen. Eine buddhistische Nonne, die im Seetal lebt, erklärt, was es damit auf sich hat. Die Vielfalt der Religionen im Raum Luzern ist am 28. September an der Veranstaltung «Unter einem Dach» zu erleben.

Medienmitteilung vom 7. September 2022

Ein strahlend schöner Mittwochnachmittag, kurz nach 15 Uhr: Auf dem Vorplatz zum buddhistischen Tempel in Gelfingen ist das Plätschern des nahen Baches zu hören. Der Weg zum Eingang des Tempels führt an einer Guan-Yin-Statue vorbei, die, auf einer Lotusblume thronend, den Bodhisattva des Mitgefühls darstellt. Unmittelbar davor befindet sich ein Gefäss, wo gläubige Buddhisten bei ihrer Ankunft Räucherstäbchen als Zeichen der Ehrerbietung anzünden.

Die Bodhisattva-Statue ist ein klares Zeichen dafür, dass die hier wohnenden Nonnen sich dem Mahayana-Buddhismus zugehörig fühlen. Denn in dieser buddhistischen Richtung verkörpern die Bodhisattvas Menschen, die selbst die Erleuchtung bereits erlangt haben, sich aber in der einfühlsamen Anteilnahme am Leiden anderer Menschen darum bemühen, auch ihnen auf ihrem Weg zur Erleuchtung zu helfen.

Sie wächst im Schlamm

Im Aufenthaltsraume vor dem Tempel werden wir von der buddhistischen Nonne Venerable Miaoyi herzlich empfangen und gleich zu einem Willkommenstee eingeladen. Etwas später führt uns die Nonne in die farbenfroh ausgestaltete Tempelhalle: Auf dem Altar stehen drei grosse Buddha-Statuen, die an den Gründer der buddhistischen Religion, Siddharta Gautama, erinnern. Nicht zu übersehen sind die zahlreichen Darstellungen von Lotusblumen, die in vielfältigen Variationen auf dem Altar zu entdecken sind. «Gerade beim Vesakh-Fest, das wir in unserem Tempel erst kürzlich in Erinnerung an die Geburt und Erleuchtung Buddhas gefeiert haben, war dieses Symbol wieder präsent», erklärt Miaoyi. «Die Lotusblume symbolisiert für uns Reinheit, Erleuchtung und Wiedergeburt.» Zudem sehe der buddhistische Glaube die Lotusblüte als Buddhas Geburtsort. Eindrücklich sei der Umstand, dass diese Blume in schlammigen Gewässern wachse, aber dank der noppenartigen Struktur der Blütenoberfläche nie schmutzig werde.

Gleichzeitig sei sie ein starkes Sinnbild für den Lebenszyklus des menschlichen Lebens, wie er auch in der Natur immer wieder eindrücklich beobachtet werden könne: So erhebt sich die Lotusblume in den frühen Morgenstunden langsam aus dem Wasser und öffnet ihre grossen und prachtvollen Blüten. Nach Sonnenuntergang zieht sie sich mit geschlossenen Blüten wieder unter die Wasseroberfläche zurück, bis die tägliche Wiedergeburt von neuem beginnt.

Der kleine Buddha wächst aus einer Lotosblüte. | © 2022 Benno Bühlmann

Lotusblume fasziniert viele

Dieser wiederkehrende Kreislauf von Ruhe- und Blütephase wie auch die makellose Reinheit der Lotusblume vermochte schon immer Menschen aus verschiedenen religiösen und anderen weltanschaulichen Kontexten zu faszinieren. So ist es kein Zufall, dass die Lotusblume bereits in der altägyptischen Mythologie bei der Geburt des Sonnengottes eine wichtige Rolle spielte. Zu Beginn der Schöpfung wurde der junge Sonnengott in einer Lotosblüte geboren, die aus dem Urozean Nun hervorging.

Später entwickelte sich die als «Lotos» oder «Lotus» bezeichnete Blume zu einem der wichtigsten spirituellen Symbole des fernöstlichen Kulturkreises, insbesondere für die buddhistischen und hinduistischen Traditionen, wie sie heute auch in Luzern und Umgebung in ihren vielfältigen Ausprägungen anzutreffen sind.

Es reicht noch zum halben Lotussitz

Bestätigt wird das von Personen, die sich im Umfeld des Luzerner Zen-Lehrers Vanja Palmers in der Stiftung «Felsentor» auf der Rigi engagieren: Othmar Wüest beispielsweise, der am St. Karli-Quai in Luzern das Meditationszentrum «Zendo am Fluss» leitet, sieht im Symbol der Lotusblume viele Entsprechungen zu eigenen Alltagserfahrungen: «Das Leben ist geprägt vom stetigen Auf und Ab, von dunklen Sumpf-Erfahrungen ebenso wie von lichtvollen Momenten, Mitgefühl und Dankbarkeit.»

Gerade in diesem Spannungsfeld könne die Zen-Meditation eine wertvolle Hilfe anbieten auf der Suche nach einer spirituellen Balance im Alltag. Allerdings könne der berühmte «Lotussitz», der mit der Verschränkung beider Beine der Form einer Lotusblüte nachempfunden ist, nur von wenigen, sehr geübten Meditierenden praktiziert werden. Auch er selber müsse sich da mit dem «halben Lotussitz» zufrieden geben, betont Othmar Wüest.

Die Lotus-Blütenblätter der Chakras

Nicht nur buddhistische Meditationstechniken, sondern auch die (ursprünglich aus den Hindu-Traditionen stammende) Yoga-Praxis hat einen starken Bezug zum Symbol der Lotusblume. Das unterstreicht auch Myriam Bühler, die seit über 20 Jahren als Yoga-Lehrerin in Horw wirkt. Sie ist überzeugt davon, dass Yoga nicht bloss körperliche Übungen, sondern ganz wesentlich eine spirituell-philosophische Dimension enthält: «In der Yogalehre werden die sieben Energiezentren des feinstofflichen Körpers, Chakras genannt, mit Blütenblättern des Lotus dargestellt. Vom untersten Wurzelchakra mit vier Blütenblättern aufsteigend zum Kronenchakra mit 1000 Blütenblättern.» Die Zahl 1000 repräsentiere die höchste Vollendung und Vollkommenheit. Es gehe darum, sich seines göttlichen Ursprungs bewusst zu werden und tiefen Frieden zu erlangen. Die Vereinigung des individuellen mit dem göttlichen Selbst sei das Ziel der spirituellen Reise, meint Bühler. «Dieses Aufsteigen von der Dunkelheit, der Unwissenheit, ins Licht wird auch im Symbol des Lotus deutlich: Der Lotus wächst im Schlamm und in der Dunkelheit und gelangt schliesslich zu strahlender, reiner Blüte.»

Benno Bühlmann

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«Unter einem Dach», das interreligiöse Begegnungstreffen

65 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner gehören einer der drei Landeskirchen an. Sie sind also katholisch (55,5 Prozent), reformiert (9,3) oder christkatholisch (0,1). Daneben sind im Kanton Luzern aber zahlreiche weitere Religionsgemeinschaften aktiv. Elf von ihnen aus sechs Religionen treten am 28. September zum 5. Mal gemeinsam an die Öffentlichkeit. Die Veranstaltung «Unter einem Dach» gibt es seit 2013; sie findet jeweils ab 18.30 Uhr in der Kornschütte im Rathaus Luzern statt.

«‹Unter einem Dach› solle zum Ausdruck bringen, dass Religionen und Kulturen sich für gemeinsame Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Respekt und Vertrauen einsetzen», heisst es in einer Medienmitteilung. Die Veranstaltung will «ein Zeichen für Verständigung und Frieden» sein. Dieses Jahr geschieht dies mit dem Symbol des Baumes.

Beteiligte Religionsgemeinschaften

luzerner-religionsgemeinschaften.ch

Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst angeboten: Tele1 strahlte diesen am 25. Dezember 2021 aus. Insgesamt feierten über 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer live am Fernsehen mit.

Medienmitteilung vom 10. Januar 2022

In den Pfarreien und Kirchgemeinden konnten Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen ab dem 20. Dezember 2021 in Innenräumen nur noch mit bis zu 50 Personen ohne Zertifikat oder ab 50 Personen unter 2G stattfinden. Die drei Landeskirchen hatten frühzeitig entschieden, mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang zu schaffen für Menschen, die nicht vor Ort teilnehmen konnten oder wollten. Dies war ein Bedürfnis, wie die Zahl der Zuschauenden zeigt: Insgesamt feierten über 6000 den Fernsehgottesdienst vom 25. Dezember 2021 aus der Pfarrkirche Johannes und Paulus in Schüpfheim auf Tele1 mit. Zudem wurde dieser wiederum für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache übersetzt, was zu positiven Rückmeldungen geführt hat. Den Landeskirchen ist Inklusion wichtig – auch bei einem Fernsehgottesdienst.

Kollekte zugunsten von Kindern

Im Fernsehgottesdienst gab es eine ökumenische Weihnachts-Kollekte zugunsten des Schweizer Vereins «Kinderhilfe Bethlehem» mit Sitz in Luzern. Der 1963 gegründete Verein ist Träger des «Caritas Baby Hospital» in Bethlehem. Im Spital werden aus-schliesslich Kinder behandelt. Die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal des Spitals in Palästina garantieren Kindern bis 18 Jahre – unabhängig ihrer Herkunft und Religion – die bestmögliche medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung. Insgesamt kam ein Betrag in der Höhe von 1600 Franken zusammen. Die Landeskirchen bedanken sich für das Mitfeiern und die Spenden.

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Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern luden auch dieses Jahr zu einem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst ein. Dieser wurde am Samstag, 25. Dezember 2021, um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt – mit Übersetzung in Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Menschen.

Hier können Sie den Gottesdienst nachträglich anschauen

Singen Sie mit! Die Texte zu den Liedern, welche die Gemeinde in diesem Gottesdienst singt, können Sie hier herunterladen.

Kollekte zugunsten von Kindern

Das Caritas Baby Hospital in Bethlehem behandelt als einziges Spital in Palästina ausschliesslich Kinder. Die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal des Spitals garantieren Kindern bis 18 Jahre – unabhängig ihrer Herkunft und Religion – die bestmögliche medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung. Das Spital wird vom 1963 gegründeten Schweizer Verein Kinderhilfe Bethlehem mit Sitz in Luzern getragen. Die diesjährige ökumenische Weihnachts-Kollekte geht an den Verein via das Spendenkonto CH15 0077 8157 7774 2200 4 oder via Twint übe den nebenstehenden QR-Code.

Start aufgrund Corona – Weiterführung aufgrund der Einschaltzahlen

Im Jubiläumsjahr 2020 des 50-jährigen Bestehens hatten die Luzerner Landeskirchen in ökumenischer Verbundenheit unter dem Motto «Kirche kommt an» verschiedene Anlässe geplant. Aufgrund der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie mussten die Aktivitäten wie mit den Fernsehgottesdiensten gemeinsam umgestaltet werden. Die katholische und die reformierte Kirche haben entschieden, das Jubiläum 2021 um ein Jahr unter dem Motto «50+1» zu verlängern. Der Weihnachts-Fernsehgottesdienst bildet dessen Abschluss. Aufgrund der sehr hohen Einschaltzahlen – 20’000 Zuschauende an Weihnachten 2020 und 14’000 an Ostern 2021 – werden die Landeskirchen in Zusammenarbeit mit Tele1 im Dezember 2022 den nächsten ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst gestalten.

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Mit Übersetzung in Gebärdensprache

Der Bundesrat und der Kanton Luzern haben ab der Weihnachtswoche die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus verstärkt. Die Lage in den Spitälern spitzt sich weiter zu. Weihnachten sollte wiederum so stattfinden, dass die Kontakte reduziert werden, damit die Zahl der Neuinfektionen nicht weiter ansteigt. Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern boten deshalb auch dieses Jahr mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang, um die Geburt Jesus zu feiern. Den Gottesdienst in der Pfarrkirche Johannes und Paulus in Schüpfheim gestalteten gemeinsam:

  • Urs Corradini (Leiter Pastoralraum Mittleres Entlebuch)
  • Denise Hürlimann (Christkatholische Kirchgemeinde Luzern und Psychotherapeutin)
  • Peter Willi (Pfarrer Reformierte Kirche Kriens)
  • Musikalisch wirken die 5. und 6. Schüpfheimer Primarklassen von Mirjam Siegenthaler gemeinsam mit Organistin Annette Unternährer mit.

Für schwerhörige und gehörlose Menschen wurde der Gottesdienst vom 25. Dezember 2021 um 10 Uhr im Regionalfernsehen Tele1 in Gebärdensprache übersetzt. Sie können ihn über den Link auf dieser Seite nachträglich schauen.

Eine Bewerbung schreiben und mailen? Und keinen Computer zuhause? Für Menschen in Armut oder mit wenig Deutschkenntnissen ein Problem. Die katholische Kirche Kriens macht sie fit für die digitale Welt. Das Angebot ist auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Kirche und Staat.

Imani (alle Namen geändert), eine gut 50-jährige Frau aus dem Sudan, hat eine kleine Stelle in der Kinderbetreuung und will ihr Pensum aufstocken. Mit Melanie Grünenfelder, Leiterin des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus, aktualisiert sie an diesem Nachmittag im Internet-Café ihren Lebenslauf und bespricht Inserate, die sie in der «Barni-Post» gefunden hat. An einem anderen Tisch sitzt Milad aus Afghanistan. Der etwa 30-jährige Mann ist froh, hier seine Bewerbungsschreiben auf neue Stellenangebote anpassen und ausdrucken zu können. Zuhause hat er keinen Drucker. Irena schliesslich, um die 60, ist arbeitslos. Sie sucht eine Stelle im Verkauf. Jemand hilft ihr, das Mailkonto auf dem Handy wieder zugänglich zu machen, sucht mit ihr eine Gratis-App, damit sie PDFs öffnen kann, und scannt schliesslich ihre Unterschrift. «Ich will Bewerbungen künftig per Mail einreichen können», sagt Irena.

Ein Problem, das unterschätzt wird

Stellensuchende im Tieflohnbereich haben oft Mühe, eine Arbeit zu finden. Oder Armutsbetroffene eine Wohnung. Ihnen fehlen zudem häufig Kenntnisse am Computer. «Ein Problem, das unterschätzt wird», sagt Melanie Grünenfelder. Dabei sei es schon herausfordernd, sich auf der Informationsplattform der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zurechtzufinden. Als im Frühjahr Informations- und Schulungsangebote anderer Stellen wegfielen, reagierte Grünenfelder deshalb zusammen mit Eliane Räber, Geschäftsleiterin von «Kriens integriert», und baute das Internet-Café auf. René Flad, ein pensionierter Jobcoach, half bei der Konzeption mit. «Kriens integriert» ist ein Verein, der im Auftrag der katholischen und reformierten Kirche und der Stadt die praktische Integrationsarbeit in Kriens verantwortet.

Die freiwillige Helferin Eveline Bachofer (rechts) hilft Klientin Irena, deren Handy-Problem zu lösen. | © 2021 Dominik Thali

Weshalb hat die Maus zwei Tasten?

Im Internet-Café im Zentrum Bruder Klaus, das jeden Dienstag Nachmittag geöffnet ist, können Armutsbetroffene Laptop und Drucker benutzen und erhalten praktische Anleitung. «Eigentlich wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe sein», sagt Eliane Räber. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten aber kaum Computerkenntnisse. Weshalb hat die Maus zwei Tasten? Ist das ein Link oder ein Mail­adresse? Ein- oder zweimal klicken? «Was für uns in fünf Minuten erledigt ist, dauert dann halt eine Stunde», sagt Räber. «Die digitale Welt ist anspruchsvoll – auch für uns», fügt Grünenfelder an. «Geduld braucht es da oft auf beiden Seiten.»

Eine, die davon genug hat und heute freiwillig mithilft, ist Eveline Bachofer. Die pensionierte Frau war beruflich in der Erwachsenenbildung tätig. Ihr sei vieles geschenkt worden im Leben, «davon will ich etwas zurückgeben», sagt Bachofer. Helferinnen und Helfer wie sie gibt es zurzeit neun. Die Projektkosten sind deshalb tief. Die Kirchgemeinde stellt den Raum zur Verfügung, die sieben Laptops und der Drucker sind Geschenke; ein Pfarreimitglied hat alles zu einem Freundschaftspreis installiert.

«Gut, dass es so etwas gibt»

Das Internet-Café ist als Pilotprojekt vorerst bis Ende Jahr befristet. Melanie Grünenfelder und Eliane Räber hoffen, dass es weitergeführt wird. Seit dem Start im Juli haben rund 20 Personen das Angebot genutzt, viele kommen mehrmals. «Damit sind wir zufrieden, aber es könnten noch mehr sein», sagt Grünenfelder. Imani, Milad und Irena, die an diesem Nachmittag Hilfe erhalten, sind froh um die Unterstützung. «Gut, dass es so etwas gibt», findet Irena. Sie tippt auf ihr Handy und freut sich, dass sie darüber wieder Zugang zu ihren Mails hat.

Dominik Thali

Internet-Café, Zentrum Bruder Klaus, Pilatusstrasse 13, Kriens, jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr, Teilnahme kostenlos, keine Anmeldung erforderlich

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«Mut» lautete das Motto von Kirchen und Kanton Luzern zum diesjährigen Bettag. Ausdruck davon sind die Bäume, welche die drei Landeskirchen heute aus Anlass ihres 50-Jahre-Jubiläums an sechs Orten pflanzten. Mut machten die Kirchen an diesem Sonntag auch dazu, für die Sorgen und Nöte der Menschen einzustehen.

Medienmitteilung vom 19. September 2021

Ein Apfelbaum in Kriens und Willisau, ein Nussbaum in Wolhusen, eine Kastanie in Hochdorf, eine Hopfenbuche in Sursee und eine Eiche in Luzern: Diese sechs Bäume bilden seit heute Sonntag «ein neues Lebens-Netzwerk im Kanton Luzern», wie es der reformierte Pfarrer Peter Willi an der ökumenischen Feier in Kriens ausdrückte. Die Aktion war der Ersatz für die schon 2020 in Willisau geplante grosse Feier zum Bettag, welche die drei Landeskirchen auch in ihrem zweiten Jubiläumsjahr wegen der Pandemie nicht durchführen konnten. Dafür luden sie heute die Bevölkerung zu sechs kleineren Feiern in alle Regionen des Kantons ein und pflanzten an deren Rand einen Baum. Das passte zum diesjährigen Bettagsthema «Mut» von Kirchen und Kanton.

Die Bäume stehen für jedes der fünf Jubiläums-Jahrzehnte der Landeskirchen und das angebrochene sechste Jahrzehnt. Die Äpfel, die an die Teilnehmenden der Feiern verschenkt wurden, sind die Ernte derjenigen Bäume, die Generationen vor uns gepflanzt hatten. Auf der Tafel, die bei jedem Baum an das Jubiläum erinnert, heisst es: «Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleiben» – ein Satz aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser.

Für die Wahrheit einstehen

Vom Mut, den es mitunter dazu braucht, ist schon in der Bibel die Rede. Das Markus-Evangelium erzählt vom blinden Bartimäus, den Jesus zu sich bittet und zu dem die Umstehenden sagen: «Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.» Für den reformierten Pfarrer Uwe Tatjes etwa, der die Feier in Willisau mit seinem katholischen Kollegen Andreas Wissmiller gestaltete, heisst das heute, «Kirche auf Augenhöhe» zu sein, eine Kirche, die neugierig ist, die ihre Umgebung wahrnimmt und versteht, was die Menschen bewegt». Manchmal sei sie aber «blind für die Zeichen der Zeit und Sorgen und Nöte der Menschen», meinte Tatjes selbstkritisch.

Der katholische Pfarrer von Hochdorf, Roland Häfliger, knüpfte hier an und sprach von «Demut» als einer Haltung, die Wirklichkeit zu sehen, «wie sie ist», hinzuhören und abzuwägen. Mut sei dann lebensfördernd, wenn er «mit Wahrheit und Weisheit» einhergehe, und heisse nicht, alles mitzumachen, ohne zu hinterfragen. «Gib uns Weisheit, gib uns Mut, für die Wahrheit einzustehen und die Not um uns zu sehen», heisst es in einem Lied, das in mehreren Feiern gesungen wurde.

Kirche kommt an

Das 50-Jahre-Jubiläum der Landeskirchen von 2020 stand unter dem Motto «Kirche kommt an». Die Corona-Pandemie führte zu Absagen und Programmänderungen, weshalb es dieses Jahr mit einem «+1» weiterging. Die Website www.kirchen-kanton-luzern.ch erzählt die in den gut anderthalb Jahren entstandenen Geschichten von Menschen, bei denen die Kirche angekommen ist, und den Plänen, die trotz der Pandemie umgesetzt werden konnten. Unter anderem zeigen Kurzfilme, was die Kirche im Leben von Menschen und für Organisationen bedeutet.

Die heutigen Bettagsfeiern haben das Jubiläum nach aussen abgeschlossen. Nach innen pflegen die drei Landeskirchen ihre ökumenische Zusammenarbeit weiter. Das nächste Mal wird dies im gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst auf Tele 1 am 25. Dezember zum Ausdruck kommen.

Grussworte überbracht
Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirchen überbrachten an allen sechs Orten Grussworte. «Wir blicken inzwischen auf 51 Jahre Errungenschaften unserer Landeskirchen zurück», sagte Lilian Bachmann, Synodalratspräsident der reformierten Landeskirche in der Hofkirche in Luzern. Dazu gehörten etwa dieSeelsorge für Menschen mit einer Behinderung, in Spitälern, in Kliniken, in Strafanstalten, Alterszentren oder auf Palliativstationen, die Ehe- und Lebensberatung, Sozialberatung, Gassenarbeit, Notfallseelsorge oder die Ausbildungen von Katechetinnen und Katecheten. Gemeinsam mit den staatlichen und nicht-staatlichen Partnern erfüllten die Kirchen «wichtige Aufgaben unserer Gesellschaft», sagte Bachmann. Ihre katholische Kollegin Renata Asal-Steger bezeichnte die sechs Bäume als «Zeichen des Lebensmutes und der Zuversicht – für uns heute und für die Menschen, die nach uns kommen». – «Wann immer ein Baum gepflanzt wird, ist dies ein Zeichen des Vertrauens, des Vertrauens in die Zukunft», fasste Esther Albert, Präsidentin christkatholische Kirchgemeinde Luzern, in Sursee zusammen.

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Bilder in Druckauflösung

Die Bilder zur Baumpflanz-Aktiom zum Bettag können hier in Druckauflösung herunterladen werden. Die Namen der Fotografinnen und Fotografen finden sich in den Bildlegenden im Beitrag.